Schwangerschaft

Schwangerschaft ohne Hebamme?
Meine Erfahrungen

Schwangerschaft ohne Hebamme? Meine Erfahrungen

Für viele ist es ein unvorstellbarer Gedanke, die Schwangerschaft ohne Hebamme zu durchleben. Wieso ich bisher keine Hebamme hatte und ob ich diese Tatsache hin und wieder bereue erzähle ich euch in meinem heutigen Erfahrungsbericht.

Die aktuelle Hebammen Situation ist wohl jedem Bekannt, der Schwanger ist oder plant schwanger zu werden. Es gibt einfach zu wenig Hebammen für die Menge schwangerer Frauen. Dass ich keine Hebamme habe ist aber nicht nur Schuld an der momentanen Lage.

Zum einen haben wir erst relativ spät von der Schwangerschaft erfahren. Ich weiß noch, dass ich mir im Nachhinein wirklich an den Kopf gefasst habe, da bei mir bei einigen typischen Anzeichen die Alarmglocken klingeln hätten sollen. Dennoch hatte ich schon immer mit einer extremen Müdigkeit, zeitweise auch Übelkeit und dem Ausbleiben meiner Periode durch das Absetzen der Pille für zwei bis drei Monate zu kämpfen. Zum anderen gingen in mir besonders am Anfang viel zu viele Dinge durch den Kopf. Das lag unter anderem an der ungeplanten Schwangerschaft und daran, dass ich zu der Zeit gerade meinen Job gewechselt hatte. Eine Hebamme suchen stand also nicht besonders weit oben auf meiner Liste.

Unnötige Panikmache

Nach einigen Monaten überkam mich dann eine kleine Panikattacke, was vor allem an den Müttern lag, die grundsätzlich mit dem Satz: “Wie du hast noch keine Hebamme???” beinahe verurteilend auf meine Situation reagiert haben. Im Nachhinein weiß ich, dass man sich oft viel zu schnell von den heutigen Kursangeboten, Untersuchungen und gut gemeinten Ratschlägen unnötig stressen lässt. Ich bin jetzt im letzten Schwangerschaftsmonat und kurz vor der Geburt. Bisher haben mir die monatlichen Termine bei meiner Frauenärztin (mittlerweile zweiwöchig) vollkommen gereicht. Die Hebamme macht außerdem keinen Ultraschall, ist aber gut, falls man zu denjenigen gehört, die viele Fragen rund um die Schwangerschaft, dem Baby und der Geburt haben. Ich hatte bisher immer relativ wenige Fragen und habe mir auch kaum Sorgen während der Schwangerschaft gemacht. Ganz nach dem Motto, der Körper macht das schon und wenn das Kindchen sich eine Zeit nicht bewegt, dann braucht es vielleicht einfach nur eine große Portion Schlaf, um Energie zum Wachsen zu tanken. Ich verstehe aber Mütter, die alles ein wenig genauer nehmen, oder vielleicht schon schlechte Erfahrungen bei bisherigen Schwangerschaften gemacht haben. Doch ob man nun eine Hebamme hat oder nicht. Im Notfall und für alle Fragen stehen auch außerhalb der festen Termine Frauenärzte und auch das Krankenhaus immer zur Hilfe.

Angst vor der Wochenbettbetreuung

Was aber auch mir Angst bereitet ist die Wochenbettbetreuung nach der Geburt, denn da sieht die aktuelle Hebammen Lage beinahe noch schlechter aus, als die Betreuung während der Schwangerschaft. Und klar, stellt euch mal vor, wie viele Hausbesuche eine Hebamme pro Tag wohl erledigt! Die tägliche Entwicklung des Babys, das Messen, Wiegen und mögliche Probleme beim Stillen könnte man natürlich viel einfacher und entspannter klären, wenn man im Wochenbett von einer Hebamme zu Hause besucht wird. Ich bin aktuell noch auf der Suche nach einer Betreuung nach der Schwangerschaft, unter anderem auch, weil ich bei mir die Möglichkeit einer Wochenbettdepression nicht ganz ausschließen kann. Hier gibt es aber noch ein paar Notfalltipps, die ich im Hinterkopf habe:

Hebammensprechstunden

Gibt es keine Möglichkeit von Hausbesuchen, kann man beinahe in jedem Stadtteil Hebammensprechstunden in Praxen, Geburtshäusern oder diversen Einrichtungen in Anspruch nehmen. Teilweise sogar ohne Termin. Bei meiner Frauenärztin ist zwei Mal wöchentlich auch eine Hebamme vor Ort, die sich zum Beispiel um die CTG Untersuchung kümmert. Im Notfall muss ich eben diese kleine “Reise” auf mich nehmen. Und für Fragen kann man sicher auch einfach mal einen Anruf wagen.

“Call a midwife”

Auf “Call a midwife” beantworten erfahrene Hebammen alle Fragen vor und nach der Geburt. Erreichen kann man die Baby-Experten von Montag bis Sonntag von 10 bis 22 Uhr zum Beispiel über das Handy, dem Tablet oder dem PC. Die Hebammen-Hotline bietet 365 Tage Hilfe in Deutsch, Englisch, Russisch, Türkisch, Spanisch, Französisch, Polnisch, Portugiesisch und Italienisch. Alle Fragen können Face to Face, als SMS oder per E-Mail gestellt werden.

“Welcome”

Hilfe im Alltag und auch bei Familien mit mehreren Kindern bietet der Ehrenamtliche Service von “Welcome” an 230 Standorten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Nachbarschaftshilfe bietet Unterstützung im ersten Lebensjahr, indem Ehrenamtliche auf das Baby aufpassen, während man sich zur Ruhe legt oder kümmern sich auch um die Geschwisterkinder. Berechnet wird für den Service eine Grundgebühr von 10€ und 5€ pro Stunde.

Hebammenlisten

Online findet man auch einige Listen für Hebammen, die noch zur Verfügung stehen. Auf den diversen Webseiten kann man seine genaue Postleitzahl eingeben und bekommt alle verfügbaren Hebammen aufgelistet. Eigentlich eine gute Sache, jedoch habe ich die Erfahrung gemacht, dass jede angeblich verfügbare Hebamme bereits ausgebucht war. Man hat also keine wirkliche Garantie, dass die Seiten regelmäßig geupdatet werden. Einen Versuch ist es aber wert und zur Not schreibt man lieber eine zu viel an.

Eine Schwangerschaft ohne Hebamme ist meiner Meinung nach also vollkommen in Ordnung, wenn man nicht jemand ist, der zu viel Panikmache, großen Ängsten und vielen Fragen während der Schwangerschaft neigt. Grundsätzlich kann ich aus meiner eigenen Schwangerschaft also vor allem ziehen, dass man sich voll und ganz auf seinen Körper verlassen und diese schöne Zeit genießen kann. Macht euch nicht zu viel Stress!

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